Bahaullah Lexikalischer Beitrag Primärtext

Súratu’r-Ra’ís

pers. Súriy-i-Ra’ís, Tafel Bahá’u’lláhs, offenbart auf dem Wege nach Gallipoli im August 1869 für Ḥájí Muḥammad Ismá‘íl-i-Káshání, genannt Dhabíḥ oder Anís, in arabischer Sprache (nicht zu verwechseln mit dem Lawḥ-i-Ra’ís, auf persisch offenbart in Akko [‘Akká] und ebenfalls an ‘Alí Páshá gerichtet). Im ersten Teil wird ‘Alí Páshá, der Großwesir der Türkei, angesprochen.

Gemeinde Geschichte Lexikalischer Beitrag Person

White, Ruth

Amerikanische Bahai, die das Bahaitum lediglich als eine religiöse Bewegung verstand und deshalb die sich entwickelnde Gemeindeordnung bekämpfte. Insbesondere wandte sie sich gegen das Testament Abdu’l-Bahas, in dem sie zu Recht ein zentrales Dokument der sich entwickelnden Gemeinde sah. In der Bahai-Gemeinde blieben ihre Vorstellungen weitgehend ohne Resonanz, lediglich in Deutschland bildete sich um Wilhelm Herrigel anfang der dreißiger Jahre eine kurzlebige Gruppe, nach deren Ende Whites Thesen nur noch von Einzelpersonen wie Hermann Zimmer oder Francesco Ficicchia vertreten wurden. White selbst verlor schließlich das Interesse am Bahaitum und schloß sich Meher Baba an. Indirekt verdankt ihr die Bahai-Gemeinde die Klärung einiger zentraler Fragen der Gemeindeorganisation und zum Charakter der Gemeindeinstitutionen: Die beiden ersten in dem Band Die Weltordnung Bahá’u’lláhs zusammengestellten Briefe Shoghi Effendis entstanden teilweise als Antwort auf ihre Vorstellungen.

Begriff Geschichte Lexikalischer Beitrag

Wolf

Shaykh Muḥammad-Báqir (gest. 1883) wird von Bahá’u’lláh als „der Wolf“ (Dhi’b) bezeichnet, sein Sohn Shaykh Muḥammad-Taqí als „Sohn des Wolfes“ (Ibn-i-Dhi’b), beides einflußreiche schiitische Geistliche Isfahans und verantwortlich für die Verfolgung und den Tod zahlreicher Bábí und Bahá’í, darunter der „König der Märtyrer“ und der „Geliebte der Märtyrer“ (1879) sowie Ashraf (1888). Insbesondere Shaykh Muḥammad-Taqí wurde infolge seiner Machtstellung und seines extremen Reichtums zu einem der einflussreichsten Widersacher der persischen Qájárenherrscher seiner Zeit. Bahá’u’lláh richtete an Shaykh Muḥammad-Báqir das Lawḥ-i-Burhán und an Shaykh Muḥammad-Taqí sein letztes großes Werk, den Brief an den Sohn des Wolfes.

Geschichte Lexikalischer Beitrag

Bagdad (Baghdád)

Hauptstadt des heutigen Irak (‘Iráq), am Tigris gelegen. Die Stadt wurde zwischen 762 und 766 n. Chr. von dem Abassiden-Kalifen Al-Mansúr erbaut und von ihm Madínatu’s-Salám, „Stadt des Friedens“ genannt. Baha’u’llah, nach Bagdad verbannt, erreichte die Stadt am 8. April 1853. Vor der Abreise nach Istanbul am 3. Mai 1863 verkündete er dort am 22. April 1863 im vertrauten Kreis seinen prophetischen Anspruch. Im Kitáb-i-Aqdas bestimmte Baha’u’llah das Haus, in dem er in Bagdad vom 19. März 1856 bis 22. April 1863 gewohnt hatte, genannt das „Größte Haus“ (Bayt-i-a‘ẓam), zur Pilgerstätte. Ährenlese Kap. 57 ist ein Besuchsgebet für dieses Haus.

Geschichte Lexikalischer Beitrag

Badasht

Dorf im Osten Mázandaráns. Im Juni/Juli 1848 fand hier eine dreiwöchige Konferenz führender Bábí statt, darunter Ṭáhirih, Quddús und Bahá’u’lláh. Die Details dieser Zusammenkunft sind unklar. Wahrscheinlich wurde unter anderem beraten, wie der Báb aus der Gefangenschaft befreit werden könnte. Das hervorstechendste Ereignis in allen Berichten ist das unverschleierte Auftreten Ṭáhirihs, für viele der Anwesenden ein Skandal. Badasht markiert den Bruch der Bábí-Gemeinde mit dem islamischen Recht. Diese Zäsur wurde auch durch die Wahl neuer Namen unterstrichen, so verlieh der Báb zu diesem Anlass den Namen Bahá‘ an Ḥusayn ‘Alí Nurí (Baha’u’llah).

Begriff Geschichte Lexikalischer Beitrag

Azalí

Anhänger von Mírzá Yaḥyá (Ṣubḥ-i-Azal), die bestreiten, dass Baha’u’llah der vom Báb Verheißene ist. Die große Mehrzahl der Bábí anerkannte in Baha’u’llah „Ihn, den Gott offenbaren wird“, der vom Báb verheißenen wurde und bekannte sich als Bahai. Trotz ihrer geringen Zahl befanden sich unter den Azalí bekannte politische Aktivisten, so Shaykh Ahmad Rúḥí und Mírzá Áqá Khán Kirmání, beides Schwiegersöhne Mírzá Yaḥyás und Parteigänger von Sayyid Jamál-u’d-dín „al-Afghání“. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es im Iran schätzungsweise noch zwischen 500 bis 5.000 Azalí, allerdings ohne erkennbare Gemeindestruktur.

Lexikalischer Beitrag Person

Ásíyih Khánum (Navváb)

1820-1886, Ehefrau Baha’u’llahs, Tochter von Mírzá Ismá‘íl-i-Vazír, eines Adligen. Baha’u’llah gab ihr den Titel „Erhabenstes Blatt“ und nennt sie seine „ewige Gefährtin in allen Welten Gottes“. Gemeinsam hatten sie sieben Kinder, von denen drei das Kindesalter überlebten: Abdu’l-Baha, Bahiyyih Khánum und Mírzá Mihdí. 1939 ließ Shoghi Effendi die sterblichen Überreste Ásíyih Khánums aus Akko (‘Akká) in den Monument-Garten am Berg Karmel in Haifa überführen.